Heimatfreunde Noppenberg 1961 e.V.


1999


                                          

Geographische Lage des Dorfes Noppenberg

Unser Noppenberg ist ein Ortsteil der ehemaligen Gemeinde Merkstein, die 1972 in
der Stadt Herzogenrath eingegliedert wurde. Das Dorf hat ca. 450 Einwohner.
Erschlossen ist unser Dorf durch die im Norden gelegene Landstraße, die
Herzogenrath und Alsdorf verbindet. Zu dieser Landstraße führen drei dem
allgemeinen Verkehr gewidmete, aus dem Broichbachtal kommende Straßen.
Die Entfernung nach Herzogenrath mit dem PKW und den auf der Landstraße
verkehrenden Linienbusse beträgt ca. 2,5 km. Ansonsten ist Herzogenrath nur
fußläufig oder mit dem Fahrrad/Moped über einen Waldweg parallel zum Broichbach
zu erreichen. Im Süden wird unser Dorf durch das mit Hoch- und Mischwald
besetzte Broichbachtal begrenzt, im Osten durch die Stadtgrenze Alsdorf und im
Westen durch den Ortskern Herzogenrath mit den vom Broichbach gespeisten,
der Vogelwelt überlassenen Stauseen.

                                  
Unser Dorf liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet, von dem ein Großteil als
Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Diese offizielle Planfestsetzungen werden von 
der Dorfbevölkerung trotz der hiermit verbundenen Einschränkungen sehr begrüßt,
weil diese Festsetzungen Gewähr für den bewahrenden Bestand unseres Dorfes
gegeben. Für Bebauungspläne ist kaum Raum. Gebaut werden kann nur noch in
spärlich vorhandenen Baulücken.

In unserem Dorf befindet sich nur eine Gastwirtschaft. Sie wird durch die Lage im
Naherholungsgebiet Broichbachtal stark frequentiert. Ein Geschäft für die alltäglichen
Haushaltsbedürfnisse fehlt, ebenso eine Poststation. Sie wurde seinerzeit 
wegrationalisiert. Ebenso erging es unserem Löschzug der freiwilligen Feuerwehr.
Einsprüche der Dorfbewohner halfen nichts. 

                                    
Auch fehlt die Dorfschule, für die unser Dorf vergebens gekämpft hat.
Stattdessen müssen unsere Kinder seid alters her zur Grundschule Bierstraß,
die auf Mitveranlaßung der Noppenberger Bürger errichtet wurde.

                                   
Eine Kirche bibt es ebenfalls nicht. Wir gehören zu Kirchensprengeln in Herzogenrath.
Unser Dorf darf nicht ohne den Weiler Ruif genennt werden. Er liegt im Südwesten
unseres Dorfes und ist ein Teil desselben.
Noppenberg hat eine lange Tradition. In den Jahrbüchern von Rolduc wird unser Dorf
bereits im Jahre 1537 erwähnt. Ruif soll sogar eine ehemals keltische Siedlung
gewesen sein, die sich die Römer seit der Zeitwende bis zum Beginn der Völkerwanderung zunutze gemacht haben. Dieser alten Herkunft ist es zuzuschreiben,
daß die Grundzüge des Dorfes in Gestalt der heutigen Straße " Broichbachtal "
bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben sind.
  

                             
Besagte Straße ist an einigen Stellen nicht breiter als 3,5 m, oft noch enger. An ihr
liegen die Häuser älterer Bausubstanz, aber nicht nur dort, sondern auch im
Nordhang des Broichbachtales. Diese Häuser älteren Datums sind modernisiert und
durchweg mit ansprechbaren Fassaden versehen. Neue Häuser in den ehemaligen 
Baulücken füllen das Dorf auf und bilden mit der alten Bausubstanz einen reizvollen
Kontrast. 
Wegen der Nähe der Kohlenzechen war es selbstverständlich, daß in Noppenberg
seit Beginn der Kohleförderung Bergleute wohnten. In Erinnerung hieran, haben wir
am ehemaligen Feuerwehrplatz eine Berglore aufgestellt.
 

                                  
Zugleich wurde im Broichbachtal intensiv Landwirtschaft betrieben. Bis auf den
heutigen Tag gibt es in unserem Dorf noch zwei aktive Hofstellen. Dank des
wasserreichen Broichbaches siedelte sich in unserem Dorf bereits früh Gewerbe an.
So bestand 1885 im Osten des Tales am Bache eine Spinnerei, die sich das Wasser
zunutzte machte, ab 1900 wurde diese Spinnerei in eine Feilen- und Werkzeugschleiferei umgewandelt, deren Schleifsteine mit Wasserkraft betrieben wurden. 

                                      

Bis 1960 hatte dieses Unternehmen Bestand, bis es infolge
Bergbauabsenkungen dort nicht mehr bleiben konnte. Heute befinden sich an
dieser Stelle Weiher, die von kleinen Quellen gespeist werden.
Sie werden zur Fischerei genutzt.
Es versteht sich, daß sich am Broichbach auch eine Wassermühle befindet, hier die
Berger Mühle. Sie befindet sich leider in einem häßlichen verwahrlosten Zustand,
der wohl darauf zurückzuführen ist, daß bei der genehmigten Restaurierung vom
Eigentümer die das Naturschutzgebiet schützenden Bauvorschriften nicht eingehalten
worden sind. Wir haben uns leider vergebens bemüht, diese Mühle zu erwerben,
um dort ein Mühlenmuseum einzurichten, Die Zusage der Westfalen-Stiftung für
Kultur- und Heimatpflege lag bereits vor. Bedauerlicherweise hat der Eigentümer
sie nicht an uns verkauft.
Die "Abgeschiedenheit" unseres Dorfes hat unsere Dorfbewohner in besondere
Weise geprägt. Wir haben zwar wie erwähnt, keine Kirche, keine Schule, keine
Poststelle, keinen Kaufladen, keinen Arzt, aber dafür ein intensives
Gemeinschaftsleben.Das Miteinander der Dorfbewohner ist großgeschrieben.
Es kommt durch die Bildung der verschiedensten Vereinigungen zustande.
Auf dem Gebiete des Sports ist der bereits 1909 gegründete Radfahrclub
Noppenberg zu nennen,

                              
der sich dem Kunstradfahren und der Fahrradtouristik gewidmet hat und in
Fachkreisen über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Senioren und insbesondere
jugendliche Kunstradfahrer errangen und erringen bis auf den heutigen Tag auf
Länder- und Bundesebene zahlreiche Meistertitel. Es versteht sich, daß in diesem
Jahr das 90-jährige Bestehen unseres Radfahrclubs im Dorf entsprechend der
Bedeutung dieser Vereinigung durch die Ausrichtung der deutschen
Juniorenmeisterschaft gebührend gefeiert wird. Sicherlich findet om Jubiläumsjahr
der jährlichen vom Radfahrclub durchgeführte Radwandertag einen besonderen
großen Zulauf.

                                          
Ein futuristisches Fahrrad erinnert heute an den Ort, an dem vor 90 Jahren der Verein
gegründet wurde. Seit 1961 besteht der Verein der Heimatfreunde Noppenberg.
Zweck dieser Vereinigung ist es lt. Satzung, die Heimatliebe zu wecken und zu
vertiefen und darüberhinaus das Gemeinschaftsleben zu fördern und die Tradition
hochzuhalten. Es versteht sich von selbst, daß wir Dorfbewohner hinter unserem
Verein stehen, wissen wir doch, daß er entscheidend dazu beiträgt, das Leben in
unserem Dorf lebenswert zu gestalten. Den Heimatfreunden ist es zu verdanken,
daß wir einen städtischen Kinderspielplatz haben, dessen in Eigenleistung erstellte
Einrichtung sich sehen lassen kann. Ebenfalls in Eigenleistung hat der Verein sich '
ein Heim gebaut, das Heimatfreundehaus direkt neben dem vorhandenen städtischen
Kinderspielplatz.

 
Dieses Heim ist ist der Mittelpunkt unseres Dorflebens. Für die Senioren werden
regelmäßig Kaffeenachmittage abgehalten. Hier probt der vereinseigene Seniorenchor,
der nicht nur für den Verein zur Stelle ist, wenn gefeiert wird, sondern auch außerhalb
der Mauern älteren Menschen in den benachbarten Orten mit seinem Gesang viel
Freude bereitet.

       
In unserem Heim üben die Klompentanzgruppe und die Theatergruppe unserer
Kinder, um bei festlichen Angelegenheiten ihr herzerfrischendes können zu zeigen.
Unser Heim ist Begegnungsort der Dorfbewohner. Der rege besuchte sonntägliche
Vereinstreff ist Zeugnis hierfür. In der dunklen Jahreszeit arrangiert der Verein hier
Treffen, bei denen leckere Speisen angeboten werden und die Kinder nicht zu kurz
kommen. Ein Höhepunkt in dieser Zeit ist der weihnachtliche Flohmarkt.
Zu klein ist unser Heim allerdings, wenn der Verein alljährlich im August sein
4-tägiges Sommerfest begeht. Nur ein Zelt kann all die Menschen aus dem Ort
und der Umgebung aufnehmen. Dieses Fest erfreut sich bei Jung und Alt besonderer
Beliebheit, ist doch im ganzen Umland bekannt, das unser Dorf am Festsonntag den
alljährlichen neu zu kürenden Klompenprinzen ausruft. Alle seine Vorgänger begleiten
ihn im schwarzen Anzug mit Zylinder und statt Schuhen mit Klompen. Hier darf auch
die Stadtprominenz nicht fehlen. Der Seniorennachmittag ist ein weiterer Höhepunkt
des Sommerfestes. Es wird getanzt, gesungen und viel Kuchen verspeist. Auch sind
Menschen aus der Umgebung eingeladen. So ein mehrtägiges Fest kann natürlich
ohne der Nachbarvereine nicht gefeiert werden.
Die H
eimatfreunde feiern jedoch nicht nur. Mit Unterstützung der Dorfbewohner
sind sie um das dörfliche Umfeld besorgt. Dem Gemeinschaftssinn entspricht es,
daß das auf Initiative des Radfahrclub 09 zum Andenken an die Toten der Kriege
von der Dorfgemeinschaft errichtete Ehrenmal.

                                   
Und die verschiedensten Kreuze im Ort und in der Landschaft vom Verein gepflegt
werden. Der Verein hat an den verschiedensten Stellen in Eigenleistung Ruhebänke
aufgestellt. Sie dienen den zahlreichen Wanderern, die sich am Broichbach erfreuen,
zum Ausruhen. Nistkästen und Vogelfütterung sind Zeugen für die Naturverbundenheit
des Vereins und der Dorfgemeinschaft. Der Tradition verbunden hat der Verein zur
Freude der Dorfbewohner an markanten Stellen in- und außerhalb des Dorfes mächtige
Feldsteine aufgestellt. Auf ihnen ist in Metallbuchstaben jeweils der Name von
Flurbezeichnungen und Häusergruppen vermerkt, die für den Ort Noppenberg
ortsgeschichtlich von besonderer Bedeutung sind.
Genannt seien :  " Op de Meste " , " An d,r Kronebösch " , " Ajen Berg " , 
                        " Ajen Drenk " ,   " Ajen Eng " , " D,r Schrouwe Berg " , " In Ruif " .   

                           

                         
                          Sage keiner wir haben kein schönes Dorf !!!!